ArsRhenus Journal 2014

Interview mit Magdalena Borowski

Galeristin Magdalena Borowski

 

Interview mit Magdalena und Wiktor Borowski, CONTINUUM Galerie, vom 07.12.2014 im Rahmen der Vernissage zur Ausstellung IN THE HEAD OF THE NIGHT auf dem Wintermühlenhof, Königswinter.

 

 

Liebe Frau Borowksi, Ihnen und Ihrem Mann Wiktor ist es zum wiederholten Male gelungen zahlreiche wunderbare nationale wie internationale Künstler in einer Gemeinschaftsausstellung zu vereinen. Immerhin sprechen Sie von 20 Künstlern und über 100 Werken. Den Besucher erwartet ein sehr gut komponierter und inszenierter Mix aus Skulpturen, Malerei und Fotografie.

 

Wann und wie haben Sie Ihre Leidenschaft für Kunst und Künstler entdeckt ?

 

Das hat man oder man hat es nicht. Die Familie meines Mannes ist mit der Kunst groß geworden. Ich habe bei mir schon sehr früh gemerkt, dass ich Kunst liebe und habe dies durch meine berufliche Ausbildung vertieft. Als ich meinen Mann kennengelernt habe, haben sich unsere Interessen und Fähigkeiten quasi potenziert. Durch unsere vielen befreundet Künstler wurden wir dazu weiter nach vorne getragen und so entstand schließlich ganz natürlich der Gedanke an eine eigene Galerie. Zunächst aber haben wir die familiäre Kunst gemanagt und unsere befreundeten Künstler an andere Galerien vermittelt. Dann ergab sich vor einiger Zeit die Chance auf eigene Räumlichkeiten. Seit dem haben wir die optimale Möglichkeit zur Präsentation unserer Künstler.

 

 

Welche Kriterien bestimmen Ihre Arbeit und warum setzen Sie Ihre Vorstellung hier in Königswinter in die Tat um ?

 

Wir haben intensiv nach Räumlichkeiten gesucht, die eine eigene Seele haben. Dabei spielte die Frage eines Standortes im Zentrum einer Stadt keine Rolle. Wir suchten absichtlich nach dem besonderen Ort. Das einzigartige am Wintermühlenhof ist seine Romantik, seine Geschichte und die Bauweise. Der Architekt hat es verstanden die alte Substanz mit einer Form der Modernen zu vereinbaren, die uns ein Höchstmaß an Flexibilität und Gestaltungsfreiheit bei der Präsentation unserer Künstler bietet.

 

Das Profil unser Galerie ist sehr speziell und dabei klar definiert. Bedingt durch unsere Herkunft aus dem Glashandwerk achten wir zunächst darauf, dass unsere nationalen wie internationalen Künstler ihr Handwerk wirklich verstehen. Das sie das eingesetzte Material beherrschen und auf eine besondere Art zur Wirkung bringen und damit zum Leben erwecken. Wir präsentieren schwerpunktmäßig skulpturale Kunst, meist aus Glas. Zunehmend kommen aber immer mehr Materialien hinzu wie zum Beispiel Bronze, Stein und Keramik.

 

Insgesamt erweitern wir derzeit unser Genre durch Fotografie und Malerei, die uns in ihrer Qualität überzeugen. Dabei haben wir einen Faible für internationale Künstler, um hier in Königswinter ein Fenster in die Welt zu öffnen. Aber immer wieder zählt ein einziger Punkt: Außergewöhnliche Aussagekraft und handwerkliche Perfektion.

 

 

Vor welcher Herausforderungen bei der Präsentation von Kunst und Künstlern haben Sie am meisten Respekt ?

 

Unbedingt vor der menschlichen Ebene. Finden wir Zugang zu dem Künstler und findet der Künstler Zugang zu uns ? Neben den wichtige Aspekten der Kunstwerke an sich, zählt der persönliche Kontakt mit unseren Künstlern. Wir wollen unsere Künstler auf die bestmögliche Art und Weise präsentieren und über eine lange Zeit durch verschiedene Ausstellungen in der Welt begleiten, aufbauen und fördern. Das erfordert eine belastbare Beziehung und gegenseitigen Respekt.

 

Der Rest ist Logistik...

 

 

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für die Kunst vom Rhein wünschen ?

 

Ich würde mir für die Kunst vom Rhein eine wesentlich größere internationale Bekanntheit wünschen. Dies gilt für alle Künstler der Rheinregion sowie die hier angesiedelten Galerien.

 

 

Herzlichen Dank für das interessante Interview.

 

Die Ausstellung IN THE HEAD OF THE NIGHT ist noch bis zum 02.März 2015 nach Terminvereinbarung für Besucher geöffnet.

Interview mit Peter Tutzauer

Künstler Peter Tutzauer

 

Interview mit dem Künstler Peter Tutzauer vom 23.11.2014 anlässlich der hauseigenen Atelier - Ausstellung seiner Frau Jutta Tuztauer zum Thema: Kunst & Kitsch zur Befriedigung aller Begehrlichkeiten.

 

 

Herr Tutzauer, Sie wurden in Neuburg an der Donau geboren. Wo und wann haben Sie Ihr künstlerisches Talent entdeckt und was hat Sie letzten Endes nach Bonn geführt ?

 

Der künstlerische Zusammenhang meines Kommens nach Bonn ist der: Mein Vater, Kriegsheimkehrer und noch sehr jung, hatte einen Job als Architekt an der amerikanischen Botschaft hier in Bonn bekommen. Aber er wollte auch Künstler werden. Nur die schwierigen Zeiten haben das verhindert. Ich war drei Jahre als ich hier noch Bonn verschlagen wurde. Ich bin in dem künstlerischen Umfeld meines Vater groß geworden, der es leider nicht geschafft hat professioneller Künstler zu werden. Ich habe wohl deswegen schon ganz früh angefangen zu zeichnen und zu malen. Mein Vater war zu dieser Zeit einer meiner größten Kritiker aber auch Förderer.


 

Als Schüler bei Prof. Karl Marx und Daniel Spoerri haben Sie jahrelang Kölner Luft geschnuppert. Nun atmen Sie bereits seit Jahren Bonner Luft. Welchen Unterschied "schmeckt" der Künstler ?

 

Aus Liebe zur Heimat habe ich eine Möglichkeit gesucht in der Nähe von Bonn Kunst zu studieren. Dies hat mich nach Köln geführt. Köln hatte zur damaligen Zeit (~ 1975) noch nicht den Flair von heute. Gerhard Richter und Jürgen Klauke wirken aber damals auch schon in Köln. Jürgen Klauke hatte schon damals Kommentare zu meinen Arbeiten abgegeben und das hat mich als jungen Künstler sehr beeindruckt. Nicht zu unterschätzen sind natürlich die Kommentare meines Professors Karl Marx, einem echten “Wilden”, der mir als Ziehvater ein wertvoller Mentor war und meine Arbeiten sehr geschätzt hat.


 

Fühlen Sie sich als Künstler in Bonn wohl und aufgehoben ?

 

Ich habe mir natürlich im Laufe der Zeit mein Publikum aufgebaut. Dies gekoppelt mit meinem Heimatgefühl hat eine Art Bodenständigkeit hervorgerufen. Ich habe mir also mein Wohlfühlgefühl in Bonn selber entwickelt. Dazu hat die Stadt mir ein wichtiges Fundament gegeben. Ausbruchversuche, zum Beispiel nach Italien, blieben daher erfolglos.


 

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für die Kunst vom Rhein wünschen ?

 

Ich würde mir wünschen, dass der gute Grundstock in Sachen Kunst im Bonner Raum weiter wächst und gedeiht. Die bisherige Wahrnehmung der Kunst und der Künstler muss dabei geschärft werden und darf nicht nur auf den „Außenblick“ beschränkt sein.


 

Vielen Dank für das interessante Interview.

Interview mit Luzia Sassen

Galeristin Luzia Sassen

 

Samstag, 25. Oktober 2014

ART.FAIR 2014

 

Interview mit Luzia Sassen anlässlich der ART.FAIR 2014 in Köln

Galerie Sassen, Bonn & Windeck-Schladern

 

 

Interview

 

Frau Sassen,

 

Seit über 20 Jahren präsentieren Sie zeitgenössische Künstler. Was war Ihre Motivation Künstler & Kunst zu Ihrem Lebensinhalt zu machen ?

 

Als ich 10 Jahre alt war habe ich einige Zeit im Krankenhaus gelegen. Diese Zeit hat mich sehr verändert. Ich hatte eine Sehstörung und nach dem Krankenhausaufenthalt hat sich mein Sehvermögen nach und nach verbessert und ich konnte immer mehr Farben und Formen erkennen. Das hat in mir den Wunsch geweckt dies in Farbe festzuhalten. Eines Tages hat mein Vater mir ein Kunstmagazin gezeigt. Das hat bei mir den dringenden Wunsch geweckt mich voll und ganz der Kunst, red Gestaltung, dem Design und Farben zu widmen und die Wirkung all dessen auf den Betrachter zu erleben. Ich war geradezu hungrig auf alles was mit Kunst zu tun hatte und ich habe mir soviel Wissen angeeignet wie möglich. Das ist auch bis heute so geblieben.

 

 

Gestern haben die Tore der ART.FAIR 2014 hier in Köln geöffnet. Sie sind jetzt zum 4 Male dabei.

Wie ist Ihr momentaner Eindruck von der ART.FAIR 2014 ?

 

Die Messe hat sich vergrößert. Dadurch hat sich die ganze Struktur und der Aufbau verändert. Es wird extrem viel angeboten. Leider auch manche Sachen, die sich in der Sache sehr ähnlich sind. Etwas kleiner wäre gut, weil sich aus einer kleineren Fläche eine andere Auswahl erzwingt. Der Besucher scheint mitunter sehr überfordert zu sein. Für uns als Aussteller ist die ART.FAIR aber eine wunderbare Messe, da wir bis jetzt schon sehr viele positive Reaktion von den Besuchern erhalten haben.

 

 

Sie sind mit Ihrer Galerie in Bonn sehr erfolgreich. Bonn hat viele Museen die Interessierten die jungen wie alten Meister zugänglich machen. Wäre eine solche Kunstmesse nicht auch ein wichtiger Magnet für Bonn ?

 

Nein. Köln ist sicher der bessere Platz für eine solche Kunstmesse.

 

 

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für die Kunst vom Rhein wünschen ?

 

Ich fände es toll, wenn es noch weitere Unternehmen wie zum Beispiel die AXA geben würde, die sich für Kunst in jeglicher Form einsetzen. Aus meiner Sicht gibt und gilt es noch viele Potentiale zu entdecken und zu fördern.

 

 

Herzlichen Dank für das interessante Interview und weiterhin viel Erfolg auf der ART.FAIR

 

 

www.galerie-luzia-sassen.de

Interview mit Helmut Grothaus

Galeristenehepaar Silke Bekelaer-Kögler und Helmut Grothaus

 

Sonntag, 3. August 2014
Finissage Zen meets Art

 

Helmut Grothaus, Projektentwickler und Galerist im Kurzinterview mit Jack Denver anlässlich der Finissage “Zen meets Art”.

 

In Zusammenarbeit mit dem japanischen Kulturinstitut präsentierte die IAC Galerie von Helmut Grothaus einen Monat lang am Rheinufer in Königswinter die feinste Kunst von

10 zeitgenössischen renommierten Malern und Keramik Künstler aus Japan.

 

 

Interview:

 

Herr Grothaus, Sie sind von Hause aus Projektentwickler. Was hat Sie motiviert vor 14 Jahren eine Galerie zu gründen ? Gilt diese Motivation auch heute noch ?

 

Interesse an der Kunst, der Architektur und auch der Philosophie waren schon immer meine Hobbys. Daher habe ich aus meinem Hobby eine Passion gemacht. Wichtig war mir dabei immer junge Künstler anzusprechen und zu motivieren sich an Projekten zu beteiligen. Zu guter Architektur gehört aus meiner Sicht als ein wichtiges Element die angewandte Kunst. Eine Charakterfrage für die Architektur. Dabei steht für mich kulturübergreifende Kunst und Architektur in einem engen Zusammenhang.

 

 

Welche Ziele verfolgen Sie als Galerist heute ?

 

Die gleichen wie damals. Interkuturelle und internationale Begegnung kreativer Menschen. Damit verbunden der Austausch von unterschiedlichen kulturellen Positionen, die in den Werken der Künstler ihren Ausdruck finden. Dies in meinen Galerien auszustellen und einem interessiertem Publikum in Form eines gemeinschaftlichen Erlebnisses zugänglich zu machen, ist eine meiner großen Motivationen. Der dabei entstehende Austausch von Gedanken ist eine Fortsetzung der Begnungen mit den Künstlern und deren Werken.

 

 

Sie betreiben eine Galerie hier in Königswinter und hatten eine weitere Galerie in der Nähe der Spree in Berlin. Gibt es aus Ihrer Sicht einen Unterschied im Umgang mit der Kunst an beiden Flußufern ?

 

Basierend auf der hohen Zahl von rund 9.000 Künstlern und rund 600 Galerien an der Spree entsteht eine extrem lebendige künstlerische Atmosphäre und Kultur. Die Kunst und Kultur in Berlin profitiert von einer lebendigen Subkultur und Kulturenvielfalt. Der dadurch entstehende Druck auf die Szene ist enorm und dient gleichzeitig als Motor für eine ständige Erneuerung und gibt Spielraum für Kreativität und künstlerische Exzesse. Qualität erhält so eine neue Chance in einer offenen Gesellschaft.

 

Diese Erfahrungen eröffnen uns die Chance Elemente dieser Vielschichtigkeit Berlins nach Bonn zu transferieren. In kleinen homöopathischen Dosen.

 

 

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für die Kunst vom Rhein wünschen ?

 

Vor allen Dingen mehr Solidarität und Offenheit in der Zusammenarbeit mit städtischen und journalistischen Institutionen. Die Region Bonn / Rhein-Sieg sollte zu einem kulturellen Raum werden, der sich stärker vernetzt, kooperiert und gemeinsame Aktion hervorbringt. Hierdurch könnte die Kunst aus der Region in Summe deutlich gefördert werden. Profitieren sollten davon in erster Linie die Bevölkerung und die gesamte Region. Kunst und Kultur könnten für die heimische Region markante und starke Marketinginstrumente sein.

 

 

Herzlichen Dank für das interessante Interview.

(C) Jack Denver 2013 / 2014 / 2015 / 2016 / 2017 / 2018 / 2019 / 2020

 

 

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